Band 2 der Hurricane-Wars-Dilogie im Test: epische Romantasy mit Dual-POV, politischer Fantasy und Slow-Burn-Dynamik – stark in Atmosphäre, fordernd im Detailgrad.
Einleitung
Mit A Monsoon Rising wird der zweite und abschließende Band der The-Hurricane-Wars-Reihe in deutscher Ausgabe vorgelegt. Genretypisch wird eine epische Fantasy-Kulisse mit einer deutlich romantischen Achse kombiniert – inklusive des prominenten Enemies-to-Lovers-Tropes und eines konsequenten Slow Burn-Aufbaus. Im Test zeigt sich ein Titel, der vor allem über Atmosphäre, Beziehungsspannung und politisches Ränkespiel funktioniert, dabei jedoch eine gewisse Aufmerksamkeit für Terminologie und Weltenregeln verlangt.
Adressiert wird vor allem ein Romantasy-Publikum, das character-driven Erzählungen schätzt und bereit ist, sich auf ein vergleichsweise dichtes Worldbuilding einzulassen. Als Band 2 von 2 ist das Buch zudem klar als Fortsetzung konzipiert und setzt Vorwissen voraus; als spontaner Einstieg eignet sich der Titel im Test nur eingeschränkt.
Produktvorstellung
Getestet wurde die deutschsprachige Printausgabe aus dem LYX-Programm. Das Buch positioniert sich als hochwertig ausgestattete Romantasy im gehobenen Taschenbuch-/Klappenbroschur-Umfeld, wie es im Segment häufig anzutreffen ist. Die Ausgabe ist auf Sammel- und Präsentationswert ausgerichtet, ohne den Alltagsnutzen als Lesebuch zu vernachlässigen. In der Hand wirkt das Format ausgewogen: ausreichend groß für gut lesbaren Satz, zugleich noch handlich genug für längere Sessions auf Sofa oder unterwegs.
Ein Abend, der nach Sturm, Magie und leiser Sehnsucht klingt.
24,00 €
Ganze Buchbeschreibung ansehenFakten & bibliografische Daten
- Titel: A Monsoon Rising
- Reihe: The Hurricane Wars, Band 2 von 2
- Verlag: LYX
- Erscheinungstermin: 27. Juni 2025
- Auflage: 2. Aufl. 2025
- Sprache: Deutsch
- Umfang: 464 Seiten
- ISBN-10: 3736324529
- ISBN-13: 978-3736324527
- Abmessungen: 14,6 x 4,7 x 22 cm
Optik & Gestaltung
Die Gestaltung ist deutlich auf moderne Romantasy-Ästhetik zugeschnitten. Auffällig ist ein dynamisches Cover, das mit Kontrasten und einer klaren Figuren- bzw. Szenenfokussierung arbeitet. Im Test entsteht dadurch sofort ein Genre-Signal: episch, romantisch, leicht dramatisiert – ohne ins Überladene zu kippen. Je nach Edition kann ein Farbschnitt bzw. eine veredelte Ausstattung vorhanden sein; im Redaktionsexemplar war die optische Anmutung insgesamt hochwertig und als Blickfang im Regal geeignet.
Positiv fällt auf, dass die Gestaltung nicht nur dekorativ wirkt, sondern die Tonalität des Inhalts spiegelt: Spannung zwischen den Figuren, Machtfragen im Hintergrund, ein Hauch von Gefahr. Für viele TBR-Regale dürfte das Buch damit eher als „sichtbarer“ Titel eingeplant werden als als reines Durchlaufexemplar.
Wie sich „A Monsoon Rising“ im eigenen Lesefluss anfühlt, zeigt sich oft nach den ersten Seiten.
Buchgestaltung und Leseprobe ansehenVerarbeitung & Lesekomfort
Bei der Verarbeitung zeigt sich eine saubere, solide Produktion: Der Einband wirkt stabil, die Seiten sind ordentlich beschnitten, und der Druck ist gleichmäßig. Der Satz ist im Test gut lesbar, mit ausreichendem Kontrast und angenehmer Schriftgröße. Auch bei längeren Lesephasen bleibt der Lesekomfort hoch; störende Durchscheineffekte oder unruhige Druckbilder traten nicht in den Vordergrund.
Für den praktischen Alltag ist vor allem das Handling relevant: Das Buch lässt sich gut aufschlagen und hält die Form ordentlich, ohne dass der Rücken übermäßig „bricht“. Damit eignet sich der Titel sowohl für konzentrierte Abende als auch für Etappenlesen – etwa als Buddy Read, bei dem regelmäßig diskutiert und markiert wird.
Vorteile
- Dichte Atmosphäre mit klarer romantischer Spannung
- Dual POV sorgt für Nähe zu beiden Hauptfiguren
- Politische Intrigen und Magiesystem als stimmiger Rahmen
- Hochwertige Ausstattung mit auffälliger Covergestaltung
Nachteile
- Hohe Begriffsdichte kann den Lesefluss ausbremsen
- Mittelteil wirkt streckenweise zäh, einzelne Konflikte lösen sich schnell
Praxiseindruck
Inhaltlich wird direkt an den Vorgänger angeknüpft. Im Test wird dadurch ein schneller Einstieg ermöglicht – allerdings nur dann, wenn Band 1 präsent ist. Rückbezüge sind vorhanden, werden aber nicht so ausführlich aufbereitet, dass ein Quereinstieg wirklich komfortabel wäre. Die Erzählung setzt auf eine Mischung aus politischer Bedrohungslage, magisch aufgeladenen Konfliktlinien und der zentralen Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren.
Erzähltempo und Dramaturgie: Das Pacing startet energisch und hält über weite Strecken Spannung, zeigt jedoch im Mittelteil eine typische Romantasy-Delle: Szenenfolgen, die stärker auf innere Konflikte, Abwägungen und Beziehungsdynamik fokussieren, können sich etwas ziehen. Im Test entsteht dabei nicht der Eindruck von inhaltlicher Leere, eher von einer Priorisierung: Emotion und Figurenentwicklung stehen zeitweise klar vor Plot-Progression. Gegen Ende wird das Tempo wieder angezogen und auf Auflösung hingearbeitet.
POV und Figurenzeichnung: Erzählt wird über Dual POV, wodurch der Zugang zu beiden Hauptfiguren erleichtert wird. Das funktioniert besonders dann gut, wenn Motivation, Schuldfragen und Loyalitätskonflikte parallel aufgebaut werden. Im Test wirkt die Beziehung nicht als reiner „Zweckmotor“, sondern als Konsequenz aus Drucksituationen, Machtgefällen und persönlichen Verletzungen. Der Slow Burn ist dabei konsequent angelegt: Annäherung erfolgt schrittweise, Reibung bleibt lange erhalten, und die Dynamik wird nicht zu früh „glattgezogen“.
Worldbuilding und Begriffsdichte: Die Welt ist detailreich konstruiert, mit politischen Strukturen, Fraktionen und einem Magiesystem, das wiederholt über Fachbegriffe und Eigennamen vermittelt wird. Genau hier liegt im Test die größte Hürde: Die Terminologie ist hoch, neue Konzepte werden teilweise in schneller Folge eingeführt. Wer gern „mitliest“, also Namen, Orte und Regeln aktiv sortiert, wird belohnt. Wer eher plot-driven liest und sich durch Kontext treiben lässt, kann an einzelnen Stellen aus dem Lesefluss fallen. Das Worldbuilding wirkt dabei nicht beliebig, aber anspruchsvoll in der Vermittlung.
Ton und Genreversprechen: Als Romantasy wird das Genreversprechen im Test erfüllt: romantische Spannung ist zentral, die Fantasy-Kulisse bleibt dennoch mehr als bloße Tapete. Die politischen Intrigen geben dem Geschehen Gewicht, und die Konflikte sind nicht nur privat, sondern auch systemisch angelegt. Gleichzeitig bleibt der Fokus klar auf den MCs; Nebenfiguren und größere Schauplätze dienen häufig als Katalysator für Entscheidungen, Loyalitäten und Vertrauensbrüche.
Spannungs- und Auflösungskurve: Im finalen Drittel wird die Handlung spürbar verdichtet. Setups aus dem Mittelteil zahlen sich aus, und die Geschichte arbeitet auf ein Ende hin, das als Abschlussband erwartbar verbindlicher ausfällt als ein klassischer Cliffhanger. Im Test wirken einzelne Konfliktauflösungen allerdings etwas schnell, insbesondere dann, wenn zuvor viel Raum für Aufbau und Atmosphäre verwendet wurde. Dadurch entsteht punktuell ein Ungleichgewicht zwischen Vorbereitung und Payoff.
Vergleich & Einordnung
Innerhalb des Romantasy-Spektrums lässt sich A Monsoon Rising zwischen epischer High-Fantasy-Romance und stärker politisch geprägter Fantasy einordnen. Im Vergleich zu sehr leicht zugänglichen Romantasy-Titeln setzt das Buch stärker auf Dichte und interne Logik der Welt. Das macht die Reihe für Leserinnen und Leser interessant, die mehr als reine Romance-Dramaturgie suchen und sich gern durch komplexere Strukturen arbeiten.
Als Fortsetzung ist der Band klar abhängig vom Auftakt. Im Test wird deutlich: Wer Band 1 als Highlight auf dem SuB liegen hat, sollte den zweiten Teil nicht zu lange aufschieben, da viele emotionale und politische Linien direkt weitergeführt werden. Als Standalone ist der Titel nicht konzipiert; die Wirkung entsteht aus dem seriellen Aufbau und der langfristigen Entwicklung des zentralen Paares (OTP-Potenzial wird im Genre-Sinne bedient, ohne zu sehr zu vereinfachen).
Preiseinschätzung
Mit einem Preis von rund 24 Euro liegt die Ausgabe im oberen Segment für deutsche Fantasy-/Romantasy-Printtitel. Im Test wird der Preis vor allem dann als plausibel eingeordnet, wenn die Ausstattung (Design, ggf. Veredelungen) mitgedacht wird und wenn die Reihe als Sammlerstück im Regal stehen soll. Rein über den Textumfang allein wird das Preisniveau weniger eindeutig begründet; der Mehrwert entsteht eher aus der Kombination aus Ausstattung, Serienfinale und dem hohen Produktionsstandard des Segments.
Fazit
A Monsoon Rising erweist sich im Test als starker Abschlussband für eine romantisch getriebene, politisch gerahmte Fantasy-Dilogie. Überzeugt wird mit dichter Stimmung, tragfähiger Dual-POV-Struktur und einer Beziehung, die als klassischer Slow Burn mit Reibung und Konsequenzen erzählt wird. Gleichzeitig wird Aufmerksamkeit eingefordert: Die hohe Begriffsdichte und ein stellenweise gedehnter Mittelteil können den Lesefluss bremsen, insbesondere bei Leserinnen und Lesern, die ein schnelleres, klarer geführtes Plot-Tempo bevorzugen.
Empfohlen wird der Titel vor allem für Romantasy-Fans, die komplexeres Worldbuilding nicht scheuen und ein Finale suchen, das emotionale Entwicklung und größere Konfliktlinien zusammenführt. Für ein schnelles Comfort Read ist das Buch weniger prädestiniert – als intensiver Abschluss einer Reihe hingegen funktioniert es überzeugend.
Für Romantasy-Fans, die Slow Burn und politische Spannung wirklich auskosten wollen, ist dieser Band ein kleines Zuhause.
24,00 €
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